Berlin, Berlin - wie, schon wieder?

Etappe 3: Elbe-Havel-Kanal und Untere-Havel-Wasserstraße

Über den Hohenzollernkanal geht´s am Flughafen Tegel entlang - gerade berichten die Radiosender, dass selbst der weit in die Zukunft geschobene Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen schon wieder wackelt. Ein Stadtflughafen, der nur als Nummer vier unter den deutschen Flughäfen rangiert, aber mit Abstand die meisten durch Lärm betroffenen Menschen zählt. Und noch nicht einmal an das gute Berliner (Schienen)-Nahverkehrssystem ist er angebunden, lediglich Buslinien fahren ihn an - und die leiden in Berlin durch den enormen Autoverkehr an permanenter Unpünktlichkeit. Sogar das Kerosin muss über die Straße angelandet werden, 40 Tanklastwagen am Tag zusätzlich auf den verstopften Zufahrtswegen. Und die Diskussion um seinen Weiterbetrieb auch nach Erföffnung des neuen Flughafens ist immer noch nicht beendet. Der Himmel bewölkt sich langsam, der Wind hat deutlich aufgefrischt. Ich mache in Spandau hinter der Wasserstadtbrücke fest, lassen den Generator für eine Stunde laufen, packe dann alles gut weg und dann...

...und dann geht´s los: Starkwind, Schauer der schauerlichen Art und Temperatursturz. Innerhalb von 30 Minuten fällt die Temperatur von 25 auf 13 Grad. Und das heute, am längsten Tag des Jahres! Ich merke das sehr deutlich, weil ich während der Regengüsse das Boot wasche. In Badehose und T-Shirt - frisches Wasser von oben und Ratz-Fatz ist der Dampfer sauber.

Und während über mir die Flieger aus Tegel starten, schießt die Berliner Polizei mitten in der Stadt am helllichten Tag auf dem Ku´damm auf ein flüchtendes Auto - am Radio wird gerätselt, was da nun los war und ob das was mit den Funden verletzter Menschen zwei Straßen weiter zu tun haben könnte. Alles wird abgesperrt, Charlottenburg versinkt im Chaos, Hubschrauber kreisen über der City-West. Was für ein Tag: 100 Tage Große Koalition - und nie war man näher an einem Scheitern! Und dann verkündet auch noch VIVA, den Sendebetrieb einzustellen. VIVA, habe ich lieber gesehen als MTV, obwohl ich ja damals altersmäßig schon weit jenseits der Zielgruppe angesiedelt war und mir die aufgesetzte Fröhlichkeit daher natürlich oft schwer auf den Wecker ging, aber ohne VIVA wären wohl Fanta 4 und andere Gruppen an mir vorüber gegangen.

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