Berlin, Berlin - wie, schon wieder?

Etappe 3: Elbe-Havel-Kanal und Untere-Havel-Wasserstraße

Der Hafen der Bootsabteilung der Wasserfreunde liegt malerisch an der Zitadelle Spandau. Altes Gemäuer, berühmt durch den Juliusturm, da hier nach dem Krieg 1870/71 ein Teil der Kriegsentschädigungen - Frankreich hatte ja den Krieg verloren - eingelagert wurden. Heute wird der Begriff Juliusturm als Synonym für Überschüsse in öffentlichen Kassen benutzt.

Als ich mit dem Fahrrad unterwegs bin um ein paar Fotos von der gesperrten Schleuse zu machen, trifft mich fast der Schlag: Menschenmassen! Haben die Stones das Konzert nach Spandau verlegen müssen? Was ist hier los? Und komme ich gleich wieder zurück zum Boot? Einzelne vom Winde verwehte Musikfetzen drangen gerade schon bis in den Hafen, da habe ich mir aber nichts bei gedacht. Nun wird es Gewissheit: Endlich mal kein Hafenfest, dafür aber ein Konzert hinter der Badeplattform. Und wer spielt? Keiner der vier Security-Leute, die ich anspreche, kann mir das sagen. Die wissen nur, dass es ein Konzert ist - letztlich frage ich eine der wartenden Fans. Unverständnis bei dieser Frage, aber die Antwort kommt "NENA"!

Na, das wird ja anstrengend, heute Nena und morgen rollt der Ball - hoffen wir, dass es diesmal rund läuft mit unseren Millionären auf dem Fußballplatz. Achso: hier also Schleuse Spandau von der Juliusturm-Brücke aus fotografiert. Die konnten anscheinend noch nicht einmal das Tor richtig schließen, ein ungewöhnlicher Zustand für eine Schleuse, so mit halb geöffnetem Tor. Kein Zeichen irgendwelcher Betriebsamkeit, man wartet also immer noch auf die Ersatzteile. Solche Dinge passieren, wenn man an der Wartung spart und auf Verschleiß fährt. So wie etwa beim Wesel-Datteln-Kanal und seinen Schleusen. Da wurde mal ein Nischenpoller herausgerrissen, weil ein Frachtschiff daran aufstoppte. Kein Problem. Auch der zweite nicht. Als Sportbootskipper sah man immer doof aus, wenn dann plötzlich beim Abstieg ein leeres Fach aus dem Wasser stieg. Irgendwann schrie man dann laut Alarm, weil kaum noch Nischenpoller da waren und Sportboote gar nicht mehr sicher geschleust werden konnten. Auch den Großen fehlten die Fixpunkte, wobei es ja fast schon lächerlich ist, ein GMS an so einem Nischenpoller festmachen zu wollen. Die waren ja für 80-Meter-Schiffe gedacht, nicht für die Riesenpötte, die heute hier fahren. Wer bei den Unterhaltungs- und Modernisierungskosten spart, wird irgendwann eine böse Landung erleben. So wie hier an der Schleuse Spandau, wo ein defektes Bauteil den ganzen Verriegelungsmechanismus zerstörte. So geht das nicht mit dem Sparen....

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