Berlin, Berlin - wie, schon wieder?

Etappe 4: Da weiß selbst der Skipper noch nicht, wohin ihn der Wind treibt...

Es ist soweit - die Familie bringt mich zum Bahnhof. Ich habe mich ja erst dagegen gewehrt, weil ich denke, so viel Aufwand - für die Kids wäre ein Spielplatzbesuch viel schöner. Aber der Bahnhof hält halt auch viele spannende Elemente für den Zuschauer bereit. Und noch einmal auf den Arm nehmen, noch einmal ganz feste drücken - ja, das war eine gute Idee. Bahnfahren ist IMMER eine spannende Angegelegenheit, vor allem mit der Deutschen Bahn. Die können´s halt einfach! Pünklich läuft der ICE in Dortmund ein, schiebt seine lange silberne Wagenschlange elegant an den vollen Bahnsteig. Letztes Küsschen, Winken, rein in Wagen 22. Pünktlich fährt er los, der Schienen-Jet - na bitte, geht doch. Aber wir zuckeln weit unterhalb der Schallmauer in Richtung Hamm, dort kommen wir fünf Minuten später an als beabsichtigt. Sehen wir ihnen aber generös nach, denn selbst die extrem schwierige "Vereinigung", das Andocken an den zweiten Zugteil in Hamm kriegen sie hin. Es wird vorher detailliert via Lautsprecher beschrieben, auch der kleine Ruck, der der eigentlichen Vereinigung verangeht (mit diesen Worten). Klappt! Nun los - doch da besinnt sich die Deutsche Bahn anscheinend endlich auf den guten Ruf, den die Fahrten ihrer Züge als Unterhaltungsveranstaltungen genießen: Es passiert NICHTS! Nach fünf Minuten, mittlerweile sind wir gut deren zwölf über die Zeit, kommt endlich die Erlösung. Via Lautsprecher: Man wartet noch auf Fahrplanunterlagen, wirklich, auf Fahrplanunterlagen! Und schon ist alles wie immer. Die Passagiere liegen sich in den Armen, der Wagen keucht vor Lachen über den Schenkelklopfer, gesellschaftliche Schranken sind durchbrochen, selbst der Handynutzer im Ruhebereich wird mit eingebunden, alles durch eine einfache Durchsage initiiert! Man ist auf einen Schlag eine zusammengeschweißte Schicksalsgemeinschaft geworden, die noch Jahre später bei den Nachtreffen kollektiv losprusten wird. Echte Eventmanager sind hier, am Werke, da hat die Deutsche Bahn mal ausnahmsweise NICHT am Personal gespart.

17 Minuten nach der eigentlich vorgesehenen Abfahrtszeit setzt sich das Geschoss in Hamm dann endlich Bewegung und schafft es, diese Verspätung bis Hannover auf veritable 24 Minuten auszubauen. RESPEKT! Auch vor der unbedingten Transparenz dieser Gesellschaft - oder ist es nur die Unfähigkeit, das Display realitäts-sensitiv zu steuern: Noch um 1241 Uhr wird die Ankunftszeit für Hannover mit 1228 Uhr angezeigt. Da sind wir noch richtig schnell unterwegs und haben noch ein gutes Stück vor uns.

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