Berlin, Berlin - wie, schon wieder?

Etappe 4: Da weiß selbst der Skipper noch nicht, wohin ihn der Wind treibt...

Früh geht´s los - bevor der Ansturm einsetzt, zumal morgens gute Chancen bestehen, ohne Gedränge durch die Mühlendammschleuse zu kommen. Vor allem, weil die vielen Fahrgastschiffe aus Treptow alle in die Stadt wollen, daher die Schleuse oft zu Tal fahren muss und mich als Bergfahrer dann als Beifang auf dem Rückweg mitnehmen kann. Bahnhof Friedrichstraße bleibt zurück, der Tränenpalast. Hier hieß es früher Abschied nehmen, denn hier konnte man ein- und ausreisen, nach Berlin - Hauptstadt der DDR. Bei Klassenfahrten natürlich immer ein Programmpunkt. 25 DM kostete der Eintritt pro Person, der so genannte Zwangsumtausch. Dafür gab es bunte Scheine und Alu-Münzen - als "Spielgeld" verunglimpft. Alle waren zuversichtich, diese Summe locker ausgeben zu können, trotz meiner Mahnung, da mal nicht zu optimistisch zu sein. Spätestens am Nachmittag wurde auch dem Letzten klar, dass mein Hinweis durchaus berechtigt war. Drei-Gang-Menü im Palast der Republik (alles reserviert, leider kein Platz, erst nach Handschlag mit 10 DM war dann plötzlich doch Raum für 30 Leute) für irgendwas um 4 Mark 22 mit einem Getränk, große Glubb Gola später am Alex für ein paar Pfennige usw. Einige haben sich die Kettwürste reingeschoben als gäbe es kein Morgen - das Geld wurde einfach nicht weniger. An eine Aktion kann ich mich noch gut erinnern: Einer kaufte Orangensaft - denen schenke ich keinen Pfennig - ich weiß nicht mehr wie viele Literflaschen, alle mussten mithelfen tragen. Schon am nächsten Abend ging er von Zimmer zu Zimmer und bot seinen Saft an und keiner wollte das Zeugs mehr trinken. Schmeckte nach reiner Chemie, wahrcheinlich kam es auch aus Leuna. Zuletzt wurde alles verklappt. Auch ich hatte immer eine Liste mit Schulbüchern und anderer Literatur dabei, doch es gab in der Regel stets nur für einen oder zwei Jahrgänge Schulbücher, davon dann aber auch gleich viele Meter. Dennoch habe ich im Laufe der Jahre die kompletten Chemie-, Physik- und Astronomiebücher zusammengekauft, inklusive der interessanten Lehrerhandbücher. Viele gute Ideen! Und Astronomie als Schulfach, das machten bei uns die Erdkundelehrer so am Rande mit, ich habe das schon ab der 5. Klasse immer irgendwie mit in den Physikunterricht "reingeschummelt" weil ich einfach finde, da muss jeder Mensch ein paar Dinge wissen. Und weil man an der Geschichte der Astronomie auch gut zeigen konnte, wie schwer sich die Menschheit manchmal tut, beoachtbare Phänomene zu akzeptieren und welche Macht die Kirche zu der Zeit hatte. Da steckte einfach zu viel drin um es - wie der Lehrplan das vorsah - links liegen zu lassen. Aber ich bin (mal wieder) vom Thema abgekommen....

Museumsinsel - Bode Museum - ewige Baustelle.

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