Berlin, Berlin - wie, schon wieder?

Etappe 4: Da weiß selbst der Skipper noch nicht, wohin ihn der Wind treibt...

In Sachen Flöße wird es langsam voll, ich habe das Gefühl, dass es viel mehr nicht mehr werden sollten. Aber der Bau-Boom ist ungebrochen. Überall sieht man neue Flotten entstehen, der Markt ist anscheinend riesengroß. Für rund 300€ kann man so ein Teil für vier Personen für eine Woche chartern, der Tagestörn ist schon für einen Hunni drin. Und die kann jeder bekommen, bis 15PS, und das ohne jede Schulung, Einführung, Hinweise in Sachen Verhalten auf dem Wasser. Und wen auch immer man von den ernsthaften Bootsfahrern anspricht, jeder hat einen bunten Strauß an Erlebnissen mit Floßfahrern im Köcher. Meist grenzwertig, selten lustig und manchmal gruselig. Von letzter Sorte habe ich auf der Dahme, km 33,5, hinter der engen Langen Brücke gerade wieder eines erlebt. Hier läuft auch Berufsschifffahrt. Offenes Boot, Außenborder, 15PS, mitten im Fahrwasser. Man ließ sich nicht nur treiben, es wurde auch geschwommen. Und es wurde eng, weil von allen Seiten Sportboote kamen. Eines machte mit dem Horn auf das Problem aufmerksam. Ich habe einen ganz weiten Bogen geschlagen, denn ich wollte jedes Manöver des "Kapitäns" vermeiden helfen: Hinten am LAUFENDEN Außenborder hing eine der Schwimmerinnen, fröhlich lachend hielt sie sich dort fest und winkte auch noch mit der freien Hand. Nicht auszudenken, wenn der Skipper hier schnell mal Gas gegeben hätte, um aus der Bredouille zu kommen. Ich prophezeie mal, dass in wenigen Jahren hier auf dem Wasser das stattfinden wird, was wir aus anderen Urlaubsorten kennen. Es wird sich ein regelrechter Hass der einheimischen Bootsfahrer auf diese Klientel entwickeln, so wie wir das beim Sauf-Tourismus am Ballermann erlebt haben oder aktuell am Gardasee, etwa in Sirmione. Tourismus ist schön, aber ab einer bestimmten Masse sind deutliche Abwehrreaktionen zu beobachten. Und auf dem Wasser hier im Revier ist diese Masse fast erreicht. Wenn hier der befürchtete Overtourism entsteht, wird es für alle Beteiligten schwierig. Unten ein Hausboot der besseren Sorte, der Hauptkritikpunkt aber bleibt: Mit 15PS völlig untermotorisiert, besonders vor dem Hintergrund der übergroßen Segelfläche und dem Unverstand der Nutzer. Hier sitzen vier (!) Männer hinten auf der Plattform, durch die Schieflage ist das Teil noch schwieriger zu steuern.

Hier war die Situation schon wieder entspannt, die Türme von Köpenick im Blick zurück. Was man aber deutlich sieht: Der Sportbootverkehr ist schon enorm...

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