Mit Alexander Völkel durch den Dortmunder Norden

Juni 2007 - wir hatten den Termin lange verabredet - fahre ich zusammen mit Alexander Völkel per Boot nach Dortmund. Alexander ist Dortmunder Journalist und wir sind bei mehreren Ereignissen aufeinander getroffen - und irgendwie aufs Boot fahren gekommen. So laufen wir bei schönem Wetter in unsere Heimatstadt.

Und Alexander verarbeitet den Törn zu einem großen Artikel in Rundschau und WAZ,. hier der Teaser, der eigentliche Artikel folgt unten:

Unterwegs haben wir die üblichen Begegnungen mit den Ruderern - und Alexander erlebt hier selbst, dass die Panikmache der Ruderer - Dortmund ist Heimat des Deutschland-Achters und betreibt hier am Kanal ein Ruderleistungszentrum - absolut überzogen ist. Weder die Tremonia noch der Entgegenkommer bringen die Trainingsmöglichkeiten der Olypioniken in Gefahr.

Malakowturm am Hardenberghafen - eingerüstet, er wird restauriert. Ein schönes Exemplar der gemauerten Fördertürme im Ruhrgebiet.

In Dortmund dann die üblichen Motiven - Ausblicke die jedem Dortmunder das Herz höher schlagen lassen. Die Diskussion um den U-Turm ist schon in vollem Gange, soll er erhalten werden, welche Nutzungen bieten sich an? Zwei Jahre später steht fest: Ruhr 2010 wird den Riesen wachküssen, er wird wieder eine herausgehobene Stellung einnehmen, diesmal nicht in der Industrie- sondern vielmehr in der Kulturlandschaft Dortmunds. Neues Blattgold kommt auf das "U" und das Museum am Ostwall wird demnächst unter dem Buchstaben residieren. Natürlich wird alles viel teurer, natürlich wird alles viel später fertig - doch was soll´s? Ohne diesen Turm würde der Skyline Dortmund etwas fehlen und ohne ein (finanzielles) Engagement der Stadt ist jede Diskussion über einen Erhalt obsolet!

Das war doch beim Hafenamt ebenso, auch hier musste die Stadt ran und für den Erhalt sorgen und auch hier ist es eine völlige Selbstverständlichkeit dass das Schmuckstück überall und von allen gelobt wird. Wir brauchen solche Erinnerungen an die große Vergangenheit Dortmunds - sonst gibt es keine Zukunft. Der Hafen gehört ebenso zur Stadt wie die Geschichte der Montanindustrie - auch wenn diese schon lange Vergangenheit ist. Große Hoffnung: Dass auch auf Phönix einzelne Werkteile stehen bleiben und dauerhaft gesichert werden - um den Stahlstandort Dortmund begreiflich zu machen.

Der Wasserwanderraststeg im Hafen - gerade ein paar Tage alt, wir haben ihn ja mit eingeweiht! Wie immer leer und verwaist. 2008 werde ich viele Gespräche mit dem Hafen und mit Dortmund-Touristik führen und in der Politik versuchen, eine Allianzn für die Vermarktung des Steges hinzubekommen. Das sieht erst gut aus, doch dann kommt der Eklat um den Oberbürgermeisterkandidaten, der Wahlkampf 2009, dann das Haushaltsloch und die Wiederholungswahl und das kleine Projekt fällt in Folge der drastischen Sparmaßnahmen hinten runter. Irgendwann werde ich es wieder aufgreifen, so einfach gebe ich nicht auf!

Fast eine ganze Seite stellt die Rundschau zur Verfügung, ich bekomme den Artikel gerade noch mit denn ich liege noch in Waltrop an diesem Morgen, bereit zum Start in den Sommerurlaub in Richtung Norden - Emsland, Friesland, Saterland en een beetje Provincie Groningen - der Blaue Peter ist schon gesetzt, nette Überraschung beim Durchblättern am Frühstückstisch. Ich habe den Text unten noch einmal aufgeführt, den kann man in der Verkleinerung nur schlecht lesen. .

Wo die Sportboote noch gemächlich tuckern

Dortmund, 21.06.2007, Von Alexander Völkel
Gemächlich tuckert die "Tremonia" durch den Kanal. Sie ist zwar ein so genanntes "Sportboot". Doch sportliche Gefühle kommen bei den maximal zwölf Stundenkilometern nicht auf. Dafür aber eine innere Ruhe und Urlaubsstimmung - bei einem Bootstörn durch den Dortmunbder Norden.

Skipper der "Tremonia" ist Karl-Heinz Czierpka. Im "richtigen" Leben ist der 57-Jährige Lehrer an der Europaschule und Bezirksvorsteher von Brackel. Doch an freien Tagen tauscht er dies ein und fährt mit seinem Boot raus. Dortmund steht als Heimathafen auf dem Heck des Schiffes, auch wenn es im Yachthafen in Waltrop liegt. Dortmund hat ja leider keine Liegeplätze", bedauert Czierpka.
Sportbootanleger im Stadthafen
Seit wenigen Wochen gibt es zumindest einen Sportbootanleger vor dem Solendo. Im Verwaltungsdeutsch heißt dieser "Wasserwanderrastplatz" und erlaubt bis zu zehn Booten, für maximal 72 Stunden kostenlos dort festzumachen. Eine Marina, also einen klassischen Yachthafen, gibt es in Dortmund nicht.
Genügend Potenzial habe Dortmund, glaubt der Bootseigner. Wie viele andere Besitzer auch haben sie ihre Lieblinge in Yachthäfen im Dortmunder Umland liegen, beispielsweise in Henrichenburg, Waltrop, Lüdinghausen, Castrop oder der Marina Rünthe. Keineswegs nur ein Hobby für Millionäre, betont Czierpka. Ein Sportboot wie seines koste kaum mehr als ein großes Wohnmobil. "Hier ist das einfach ungewohnt. In Holland oder im Osten wie an der Müritz ist es völlig normal, dass eine Familie auch ein Boot hat", berichtet der Freizeit-Skipper.
In Dortmund gab es Diskussionen, eine Marina anzulegen. Es lohne sich nicht, weil Dortmund an einem Stichkanal liege, so das Fazit. Doch die Marina Rünthe liege auch rund zwei Stunden von den zentralen Wasserkreuzen weg. Und mittlerweile liegen dort 270 Boote. "Dortmund hat für Sportboottouristen wahnsinnig viel zu bieten", betont Czierpka. Die zentrale Lage des Hafens in der Stadtmitte, die gute öffentliche Anbindung und ein Freizeitangebot, das seinesgleichen suche, sprächen für Dortmund.
Daher sei der Sportbootanleger gegenüber des alten Hafenamtes auch mehr als überfällig gewesen, so Czierpka. Die Stadt setze auf Tagestouristen. Und Bootsbesatzungen seien Kunden: "Rund 130 Euro gibt eine vierköpfige Crew pro Landgang aus." Außerdem sei denkbar, dass man im Vorfeld weitere Angebote buchen, beispielsweise Theater-, Konzert- oder BVB-Tickets. "Das wäre attraktiv."
Und auch der Dortmunder Norden selbst könne sich vom Wasser aus sehen lassen. Idylle pur, genutzt von Anglern, Spaziergängern, Joggern, Radfahrern, Reitern und Wassersportlern, die den Kanal für sich entdeckt haben.
Czierpka könnte sich daher gut vorstellen, dass der Sportbootanleger im Stadthafen vor dem Solendo einfach in Richtung Schmiedinghafen verlängert und dann auch für dauerhafte Liegeplätze, also einen Yachthafen, genutzt werden könnten.
Ein Hauptargument, das gegen eine Dortmunder Marina spricht, ist der Olympiastützpunkt der Ruderer im Fredenbaum. Jahrelang konnten sie dort fast ungestört trainieren, da sich kaum Sportboote nach Dortmund verirrten. Das könnte durch eine Marina anders werden. Allerdings glaubt der 57-Jährige, dass mit gegenseitiger Rücksicht alle Nutzer miteinander auf der Bundeswasserstraße auskommen könnten.
Ihn selbst hat vor zehn Jahren das Sportboot-Fieber gepackt. Weil ein Kollege ausgefallen war, musste er Schüler zu einem Segeltörn begleiten. "Ich habe mich dazu breitschlagen lassen und fand es dann faszinierend." Damals waren es Großsegler mit Skipper und Mannschaft. Doch er wollte mehr wissen, begann mit dem Segelschein. Zur Ausbildung gehörte auch die Schulung auf Motorbooten. "Ich bin hängengeblieben."
Seit 2004 hat er sein eigenes Boot. Natürlich sollte der Namen etwas mit seiner Heimatstadt zu tun haben, auch wenn Boote oft nach Frauen benannt werden. "Aber einen Bootsnamen darf man ja nicht mehr ändern", sagt er lachend. Daher hat er sich für Tremonia entschieden. Czierpka selbst hat sich in Sportbootskipper-Kreisen einen Namen gemacht. Auf der gleichnamigen Internetseite (www.czierpka.de) hat er vielfältige Reiseberichte, Tipps und Fotos veröffentlicht.
Vom Ruhrgebiet ins Mittelmeer
Seine Sommerferien wird er auch wieder auf der "Tremonia" verbringen. Doch seine Traumtour wird er wohl erst nach der Pensionierung verwirklichen können: Mit seiner Tremonia über Rhein und Maas bis Paris, weiter zum Mittelmeer und dann über Basel und den Rhein zurück nach Dortmund. Doch dafür reichen eben selbst die sechs Wochen Sommerferien nicht. Drei bis vier Monate würde das schon dauern, schätzt der Skipper. Es fährt zwar ein Sportboot, aber eben doch keinen Sprinter.

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