Yachthäfen und Wasserwege im Revier

Datteln

Basisinformationen

Liegehafen bei km 21 zwischen den Einmündungen des DHK und des WDK: Ein langes Stück an der Spundwand ist für "Sport- und sonstige Boote" reserviert, keine Versorgung, Müllbehälter. Nicht schwellfrei, da die Wellen vom Kanal ungehindert in das Becken laufen. Schöne Umgebung (Losheide)

Wasserwanderraststeg im Dattelner Meer zu dem ich eine besondere - persönliche - Beziehung habe - siehe unten!

Nahverkehrsanschluss:
Haltestelle Datteln "An der Losheide" gleich am Liegehafen Datteln, nach Dortmund muss mit 80, nach Gelsenkirchen mit 90 Minuten gerechnet werden.
Genaue Zeiten und verschiedene Routen liefert die Fahrplanauskunft des VRR

In der Planung: Wasserstadt Emscher-Lippe in Datteln direkt am DEK/DHL mit Yachthafen und Grachtenhäusern, aktueller Stand siehe unten!

Datteln nennt sich stolz "Größtes Kanalkreuz Europas" - wir wollen das mal glauben. Fakt ist, dass hier am Dattelner Meer der Wesel-Datteln-Kanal WDK auf den Dortmund-Ems-Kanal DEK trifft, zwei Kilometer weiter der Datteln-Hamm-Kanal DHK abzweigt und nochmals drei Kilometer weiter der DEK am Hebewerk Henrichenburg einen scharfen Knick macht und an dieser Stelle der Rhein-Herne-Kanal RHK einmündet. Zählt man alle Zweige zusammen, kommt man in der Tat auf fünf Kanalarme.


Blick auf das Dattelner Meer mit DEK-Sicherheitstor, links der WDK

Die malerische Alte Fahrt Olfen des DEK, die bis 1988 ebenfalls ins Dattelner Meer einmündete, ist durch einen Damm abgesperrt und kann daher bei der Auflistung der Kanalabschnitte leider nicht mehr mitgezählt werden - einen Blick ist sie trotzdem wert!

1945 offenbarte sich die Gefahr des vielen Wassers: Alliierte Bomber zerstörten die Kanalböschung - der gesamte Abschnitt lief leer, glücklicherweise fand das Wasser genug Raum in der Natroper Senke. Und 2005 lief der DEK leer - glücklicherweise schloss man früh genug die Sicherheitstore und das Wasser konnte gleich in die Lippe ablaufen.
Wir waren fast mittendrin, Infos und mehr Fotos hier!

Fest steht auf jeden Fall, dass sich Datteln alle Mühe gibt, seinem Ruf als "Wasserstadt" mitten im Binnenland gerecht zu werden. Die schöne Kanalpromenade, die vielen liebevollen Details wie etwa der große Flaggenmast direkt am Dattelner Meer, die zahlreichen Sitzgruppen am Wasser und nicht zuletzt die Aktivitäten der örtlichen Marinekameradschaft sowie des Schifferverbandes sorgen für maritimes Klima hier an der Grenze zum Münsterland!


Bei schönem Wetter wird es eng am Dattelner Meer

Den Erfolg sieht man in den Schaufenstern der Bootsausstatter - eigentlich zur Versorgung der Berufsschifffahrt angetreten - verkaufen sie hier an die vielen Besucher genau das, was man an der See in den Touristenhochburgen dieser unserer Republik (und darüber hinaus) auch bekommt: Schiffsmodelle, kleine Leuchttürme und Sylter Fischer-Hemden - kaum ein Sortiment, dass sich an die Besatzung der Frachtschiffe richtet....


Blick von der Schleusenbrücke der Schleuse Datteln - Magnet für Zuschauer

Wichtig für uns Sportbootskipper: Liegeplätze gibt es in großer Zahl im Liegehafen Datteln gegenüber der Kanalpromenade. Dort ist ein großer Bereich für Sportboote, Kleinfahrzeuge, schwimmende Geräte und andere Wasserfahrzeuge reserviert - wird allerdings von der Berufsschifffahrt gerne mit Beschlag belegt.


Tremonia im Liegehafen Datteln

Im Dattelner Meer direkt an der Kanalpromenade mit Blick auf die Schleuse Datteln und die Einmündung auf den DEK können vier Sportboote am Sportbootesteg liegen. Durch die Schleuse bzw. die nahe Kanalkreuzung ist Schwell hier eigentlich kein Thema, es sei denn, ein Sportboot käme vorbei....


Sportbootsteg an der Kanalpromenade, Hintergrund: Schleuse Datteln am WDK

Mein Text über DIESEN Wasserwanderraststeg gewann beim Literaturwettbewerb Fluss-Stadt-Land ->> mehr lesen

Bunkerboote und zwei Boots-Ausstatter haben sich am Dattelner Meer angesiedelt, dazu findet man hier die Wache Datteln der Wasserschutz-Polizei und die Fernsteuerzentrale der Wasserversorgung Datteln - hier ist die zentrale Schaltstelle für das Wassermanagement in den Kanälen.


Bunkerboote, WaSchPo (Antenne) und Fernsteuerzentrale (schwarzes Gebäude)

Der Blick zeigt den Liegehafen und die beiden Brücken, die ihn mit der Stadtseite verbinden. Zu Fuß ist die Brücke Waltroper Straße (rechts im Bild) günstiger, weil der Weg etwas kürzer ist, allerdings gibt es nur steile und sehr enge Treppen zur Brücke, daher ist für Radfahrer die im Vordergrund abgebildete Datteln-Hafen-Brücke der bessere Weg.

Einkaufen kein Problem: Die Innenstadt (z.B. Hafenstraße) ist zu Fuß und noch besser per Rad in wenigen Minuten erreichbar, auch aus dem Liegehafen heraus über die oben abgebildete Hafenbrücke. Und noch ein Tipp, diesmal kulinarischer Art: Uriges Ambiente findet man im Hafenrestaurant, zwischen Schiffsmodellen, alten Möbeln und allerlei aus Omas Zeit wird hier handfeste Hausmannskost serviert, viel Fisch (eben eine Schifferstadt) aber auch Wild (das nahe Münsterland lässt grüßen) - die vielfältige Speisekarte macht den Mund wässrig. In sehr freundlicher Atmosphäre fühlt man sich als Gast gleich wohl: Hafenstraße 129!

Und dieses Schild hat mir besonders gefallen: Reserviert für Schiffsführer und andere hohe Persönlichkeiten! Na, bei soviel Wertschätzung fühlt man sich doch dann gleich besonders gut aufgehoben, oder?

Und die Zukunft: Hier am Beginn des Datteln-Hamm-Kanals schaut man auf eine große Spundwand, ein emehmaliger Verladehafen. Dahinter liegt eine riesige Brachflächer, auf der früher die Schachtanlage Emscher-Lippe stand, die ein Kohlenfeld zwischen Emscher und Lippe ausbeutete. 1918 wurden hier eine Millionen Tonnen Kohle gefördert, 1940 waren es 1,5 Mio. Tonnen Fett- und Gaskohle, fast eine Millionen Tonnen wurden in der angeschlossenen Kokerei weiter verarbeitet. 1972 wurde die Zeche still gelegt, ab 1974 wurden die Anlagen abgebrochen und die Schächte verfüllt. Die Zechen Ewald und General Blumenthal übernahmen die weitere Förderung. Im Hintergrund übrigens der "Dattelner Dom", St. Armandus - 1147 erstmals erwähnt!
Aktueller Stand siehe unten!

Und hier der passende Gegenschuss vom Gelände der künftigen Wasserstadt Emscher-Lippe, die hier auf 35 Hektar entstehen soll einschließlich der bewaldeten Haldenfläche.

Auch ein großer Yachthafen mit über 100 Liegeplätzen ist geplant, dazu SOLL auf ca. 2,7ha wassersportbezogenenes Gewerbe angesiedelt werden. Dazu kommen etwa 300 Wohneinheiten, mehr als die Hälfte davon ALS Grachtenhäusern am Wasser. Ein Hotel und Gastronomie sollen an der neuen Uferpromenade entstehen. Das Luftbild zeigt die zentrale Lage dieses Yachthafens: Oben links ist der Abzweig Des Wesel-Datteln-Kanals vom Dortmund-Ems-Kanal DEK zusehen, darunter rechts der Liegehafen Datteln und im unteren Bildteil stößt von rechts der Datteln-Hamm-Kanal auf den DEK - günstiger geht es kaum!


Einmündung des DHK (rechts) in den DEK , Foto: Wirtschaftsförderung Stadt Datteln

Im Jahr 2006 wurde über Planung und Finanzierung verhandelt, Ziel damals: Bis 2009 den ersten Bauabschnitt (Yachthafen) fertig zu stellen.


So soll es einmal aussehen: Wasserstadt Emscher-Lippe, Foto: Wirtschaftsförderung Stadt Datteln

Momentaufnahme Mai 2007 aus - die Spuren im Sand weisen auf die Bauarbeiten zur Verlegung eines Dükers hin.

Aktueller Stand Anfang 2011: Die Landseitige Zugangsbrücke und ein erstes Gebäude im Randbereich stehen bereits, der weitere Fortgang der Planung hängt wie an so vielen Stellen im Ruhrgebiet. Auch die Gründe sind gleich oder doch ähnlich: Datteln als Haushaltssicherungsgemeinde tut sich gerade mit wichtigen Zukunftsinvestitionen schwer - wie so viele Städte im Ruhrgebiet. So ist meine Heimatstadt Dortmund die einzige Großstadt im Pott die sich den Regierungspräsidenten bisher erfolgreich vom Leib halten konnte, alle anderen Großstädte stehen unter der Aufsicht der Mittelbehörde und viele kleiner Städte hat es leider auch erwischt. Gerade Investitionen sind dann deutlich erschwert und selbst Fördergelder sind unerreichbar weil der Eigenanteil nicht gestemmt werden kann. Hier hoffen alle in der Kommunalpolitik auf die Erleichterungen unter der neuen Landesregierung, aber ich will nicht in die Untiefen der Politik abschweifen. Datteln jedenfalls lässt sich nicht entmutigen. Im Augenblick haken die Verhandlungen um Sanierung und bergbautypische Probleme und auch dieses Thema teilt sich Datteln mit den anderen Kommunen Überall versucht sich der Bergbau aus der Verantwortung zu stehlen wenn es um den Rückbau der Altanlagen geht, man tut nur dass was der Gesetzgeber vorschreibt und auch das mehr als unwillig. Die Stadt jedenfalls steht bei den notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des Bebauungsplanes Gewehr bei Fuß. Man hoff im Laufe des Jahres mit der Bodensanierung beginnen zu können. Auch der Rückbau des ehemaligen "Hafens" - letztlich eine Beton-Kaianlage - soll 2011 erfolgen, dann wird es dort zwischenzeitlich ein ganz normales Kanalufer geben. .
Aktuelle Infos Wasserstadt Emscher-Lippe

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