Yachthäfen und Wasserwege im Revier

Dortmund

Kleines Vorwort und Warnung zu Beginn (Ich sach´s ma vorher):

Dortmund, mit knapp 600.000 Einwohnern siebtgrößte Stadt der Republik ist meine Geburts- und Heimatstadt und ich bin bekennender Dortmunder. Immer wieder begeistert mich meine Stadt, die im November 2006 von Eurocities zur innovativsten Stadt Europas gekürt wurde und die seit Jahrzehnten mutig und ausdauernd den Verlust von zehntausenden von Arbeitsplätzen durch die wegbrechende Montanindustrie auszugleichen versucht - und dies, ohne den Blick auf andere Dinge zu verlieren. Der Mut der Stadtväter nach dem Krieg - die Stadt lag in Trümmern - optimistisch in die Zukunft zu schauen und sofort die Westfalenhalle wieder aufzubauen ist auch heute noch überall zu spüren. Ich liebe diese Stadt, nicht ohne Grund trägt mein Boot, Heimathafen Dortmund (was sonst?) den alten Namen der Hansestadt: Tremonia.


Foto mit Symbolcharakter: 1951, Wiederaufbau der Westfalenhalle, DO-bildpool

Dortmund hat den Kopf nie in den Sand gesteckt und gejammert: Durch kluge Wirtschaftsförderung ist es gelungen, allein 720 IT-Firmen anzusiedeln - nicht umsonst fuhr Dortmunds Ex-OB Langemeyer mit dem Nummernschild DO-IT durch die Stadt! Doch das meint auch Tu es - 662 Logistikunternehmen und vor allem die 33 Mikro- und Nanotechnologiefirmen (Dortmund ist hier weltweit führend!) sorgen für den guten Ruf Dortmunds als Standort für Zukunftstechnologien - passend zum technischen Schwerpunkt der Universität! 33.000 Menschen studieren an den fünf Hochschulen in Dortmund, neben dem Technologiezentrum gibt es allein 30 Forschungsinstitute. Technologieförderung lässt sich Dortmund trotz leerer Kassen jährlich 20 Millionen Euro kosten - Investitionen in die Zukunft. Zwar ist die Stadt noch weit davon entfernt, allen arbeitslosen Berg- und Stahlarbeitern neue Stellen bieten zu können - doch für deren Kinder soll es einmal besser aussehen. Und davon gibt es viele, denn Dortmund ist die kinderreichste Großstadt Deutschlands! Und trotz aller Probleme - Kultur wird in Dortmund groß geschrieben. So wurde das U mit Winkelmanns absolut geilen Videowänden zum Leuchtturm der Kulturhauptstadt - im Schatten des ehemaligen Kellereihochhauses habe ich meine Kindheit erlebt!


Kulturhauptstadt-Leuchtturm: Taubenturm schräg, Bildnachweis Adolf Winkelmann 2010

Das Bruttosozialprodukt der Stadt wächst immerhin schneller als das von Frankfurt, München oder Hamburg und mit dem Phönix-See wird auf einer Industriebrache das Vorzeigequartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit entstehen mit einem See in Binnen-Alster Größe. "Wir sind nicht verrückt - nur mutig" - Dortmund wittert Morgenluft - 2007 sinkt die Arbeitslosenquote von katastrophalen 17 Prozent auf immer noch viel zu hohe 10% - aber immerhin, die Anstrengungen zahlen sich aus. Und in harter Konkurrenz um die Ansiedlung des IKEA-Europalagers setzt sich Dortmund durch - unter anderem gegen Rotterdam! So kommen Billy und Bonde nun aus Dortmund, vom weltweit größten IKEA Logistik-Standort!


Der Autor (rechts) und Dortmunds OB Ulli Sierau beim Start einer Fahrradtour - Dortmund ist u.a. auch als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet

In diesem Sinn: Glück Auf und viel Spaß auf meiner Dortmund-Seite!

Basisinformationen

Liegeplätze im Hafen am Wasserwanderraststeg vor dem Solendo - für 72 Stunden. Landseitig geschützt durch eine Toranlage mit Code-Schloss, die Kombination verrät der Schleusenmeister in Henrichenburg! Für die Fahrt von Dortmund bis Henrichenburg benötigt man mehr als eine Stunde, 12km/h sind erlaubt, aber sonntags sind viele Ruderer gerade auf diesem Kanalabschnitt unterwegs (Ruderleistungszentrum) und da muss man mit der Geschwindigkeit oft deutlich heruntergehen.

Nahverkehrsanschluss:
Haltestelle "Hafen" der Stadtbahn gleich am geplanten Anleger unter der Brücke, U 47 in Richtung Hauptbahnhof. Zur Innenstadt 5 Minuten, zum Signal Iduna Park (formerly known as Westfalenstadion) 20min.
Genaue Zeiten und verschiedene Routen liefert die
Fahrplanauskunft des VRR

Informationen über die Fahrt von Henrichenburg nach Dortmund

Der "Dreiklang" Kohle, Stahl und Bier - dazu der BVB - das ist für viele auch heute noch Dortmund - obwohl es keine Zeche mehr gibt, kein Stahlwerk - früher Stahlstandort Nummer 1 in Europa - und auch das Bier zunehmend an anderen Stellen gebraut wird - der BVB spielt noch immer, auch wenn sich sein Westfalenstadion jetzt offiziell Signal Iduna Park nennt - aber kein Mensch in Dortmund nutzt diesen Namen. Durch seine richtungsweisende Aufbauarbeit und die stürmischen jungen Spieler ist der börsennotierte Erstligaclub nach Jahren des Dahindümpelns wieder auf der Erfolgsspur unterwegs. Die Spiele sind auf jeden Fall immer ein Erlebnis. Mehr als 75.000 Fans sind bei jedem Heimspiel des BVB im Schnitt mit am Start - kein Verein in Europa kann solche Zahlen aufweisen! Die Fans haben mit dem BVB gelitten als es nicht so gut lief und sind ihm trotz der langen Durststrecke treu geblieben, das, so Frank Goosen, unterscheidet Fans von Zuschauern und dass, so der bekennende VfL-Fan ist typisch für uns hier im Revier! Und ein Heimspiel im Westfalenstadion ist ein ultimatives Ereignis - die Fußballarena wurde kürzlich von der altehrwürdigen Times auf Platz Eins der besten Fußballstadien gewählt. O-Text: "Dieser Ort ist einzig und allein für den Fußball gebaut und damit sich die Fans darstellen können. Jedes Europapokal-Endspiel sollte dort stattfinden. Dort herrscht die beste Atmosphäre auf diesem Kontinent." - Da ist kein weiterer Kommentar nötig!


Gänsehautfeeling auf der Südtribühne - Foto: Stadt Dortmund, G.P.Müller

Seit 1899 ist Dortmund Hafenstadt - der Dortmund-Ems-Kanal verbindet die Stadt mit dem Westdeutschen Kanalnetz und auf direktem Wege mit der Nordsee. Am 11. August 1899 weiht der Kaiser (Wilhelm II) den Dortmunder Hafen höchstselbst ein. Das kaiserliche Dampfboot Strewe macht unterhalb des Hafenamtes fest. Seine Hoheit redet lange und verschmäht den Besuch des "Kaiserzimmers" im Hafenamt - dafür kann es heute von uns besucht werden! Was ihm unterwegs entging: Die rote Fahne auf dem Förderturm der Zechne Hansa - Respekt vor der Obrigkeit ging den Menschen im Revier schon immer ab (SPIEGEL 23/2003) und so zeigten die Kumpel dem hohen Herren ihre Meinung, noch nicht einmal gegen Belohnung war jemand bereit, diese "Provokation" zu beseitigen (Danke für den Tipp Michael!).


Altes Hafenamt im Morgengrauen

Waren es früher Erze und Kohlen so sind heute Container wichtiges Umschlagsgut für Europas größten Kanalhafen. Über 5.000 Beschäftigte arbeiten in 160 Unternehmen auf dem Geländes des Dortmunder Hafens. Die großen Brachen, die Kohle und Stahl zurück ließen, sind längst geschlossen. Mehr als 90% der Flächen auf den 135ha rund um das Wasser werden genutzt. Das alte Hafenamt wacht auch heute noch über das geschäftige Treiben - mittlerweile beherbergt es ein sehenswertes Museum. Bedarf es weiterer Hinweise auf den maritimen Hintergrund Dortmunds? Bitte sehr: Deutschlands größte Tankerflotte (die sechstgrößte der Welt) wird von Dortmund aus gesteuert, 15 von weltweit 480 Supertankern fahren unter der Flagge Dortmunds!


Stadthafen mit Hafenamt und Hafenbrücke in den Fünfzigern - DO-bildpool

Container sind auch in Dortmund das neue Zauberwort - 180.000 der bunten Kisten wurden 2012 hier verladen, verantwortlich zeichnet das Container Terminal Dortmund - CTD - hier treffen Wasser, Straße und Schiene aufeinander. Allerdings: Nur 2,5% davon kamen über das Wasser, die niedrigen Brücken lassen nur einen 2-lagigen Transport zu, das bremst die Schifffahrt aus! Auch sonst ist die Wasserbilanz ernüchternd: 1,6 Mio Tonnen waren es 2012 - das laden andere an einer 400m Spundwand am Kanal um, hier warten 11km Kailänge in sieben Hafenbecken auf Kunden. Die Schleuse Henrichenburg jedenfalls erlaubt mit 190 Metern Kammerlänge das Passieren der neuen Großmotorgüterschiffe und der dazugehörigen Schubverbände. Aber im Augenblick ist der Hafen Dortmund nur als Industriegebiet ein Erfolgsmodell - mit Schiffen hat das nicht mehr viel zu tun.

Doch verlassen wir den Hafen - was kann man sonst noch in Dortmund anstellen? Kurze und bescheidene Antwort: Alles! Dortmund bietet das riesige Spektrum einer Großstadt in Sachen Kultur, Sport und Spaß - für jedes Alter und jede Interessenslage ist etwas dabei. Allein die Kulturlandschaft mit ihren Museen, Theatern, der Oper, dem Konzerthaus und natürlich den Westfalenhallen ist überwältigend. Sportlich spielt Dortmund ohnehin "ganz oben" - acht Sportarten haben hier ihren Olympiastützpunkt! Seit 1945 fanden hier über 30 Welt- und Europameisterschaften in den verschiedensten Sportarten statt. Und die größte Stadt im Ruhrgebiet ist als preisgünstige Einkaufsstadt im Umland bekannt und beliebt.


Westenhellweg - Einkaufsmeile in der City - Foto: dortmunder.de

Aber Dortmund ist auch Musikstadt - neben dem Konzerthaus mit grandioser Akustik und Veranstaltungen wie dem Schubert Klavierwettbewerb mit internationaler Beteiligung macht die Stadt auch durch das Juicy Beats-Festival und andere Events populärer Musik von sich reden. Unvergessen die Loveparade 2008 - 1,6 Millionen Raver machten Dortmund zur größten Tanzfläche der Welt. Die B1, einer der meistbefahrenen Straßen Deutschlands wurde für zwei Tage gesperrt, mutierte zum "Highway to Love" - größte Loveparade aller Zeiten! Und das war schon immer so, denn wenn man einmal in die Annalen der Popmusik schaut so findet man nur vier Orte auf der Welt an denen Pink Floyd ihre legendäre Bühnenshow The Wall aufgeführt haben: Los Angeles, New York, London und - na klar: Dortmund! Muss ich mehr schreiben? Muss ich, denn ich war damals mit dabei als in der Westfalenhalle die Mauer fiel...


Gesperrte B1 und Westfalenhallen: "Highway to Love" Foto: www.loveparade.de

Natürlich gibt es sie auch in Dortmund - liebevoll aufbereitete Zeugen der industriellen Vergangenheit! Einsame Spitze und international bekannt: Zeche Zollern. Die Förderung begann 1902 und endete 1955, Glanzstück der Anlage ist die Maschinenhalle des Berliner Architekten Bruno Möhring mit ihrem kunstvollen Hauptportal und den Marmorschalttafeln - der herrlichen Jugendstil-Fassade verdankt das Gebäude seinen Namen Schloss der Arbeit! Die Halle wurde 1969 unter Denkmalschutz gestellt, 1981 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe Zollern II/IV in sein 1979 gegründetes Westfälisches Industriemuseum. Inzwischen ist die Zeche restauriert und zum Museum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus ausgebaut worden. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung "Musterzeche" stehen Arbeit und Alltag der Bergleute und ihrer Familien im 20. Jahrhundert.


Schloss der Arbeit - Zeche Zollern in Dortmund - Foto: Stadt Dortmund, G.P.Müller

Dortmund ist durch ein dichtes Netz von Stadtbahn (unterirdisch im City-Bereich) und S-Bahn sehr gut erschlossen. Ein System von Shuttel-Bussen versorgt die Fläche. Zentrale Umsteigepunkte sind der Hauptbahnhof , die Kampstraße mitten in der City und der Bahnhof Stadthaus, alle miteinander verbunden - ein einfaches und schnell zu durchschauendes System!


Schneller Anschluss - S-Bahn, Stadtbahnen, Bus - DO-bildpool

Das Stadtzentrum ist vom Hafen in knapp 15 Minuten zu Fuß erreichbar, Stadion und Westfalenhallen über die Stadtbahnlinien U42 (Haltestelle Theodor-Fliedner-Heim), U45 (Haltestelle Stadion), U46 (Haltestelle Westfalenhallen) der Stadtwerke Dortmund. An Spieltagen fährt die Stadtbahnlinie U45E vom Hauptbahnhof bis zum Stadion durch. Die Deutsche Bahn erreicht das Westfalenstadion über die Station Bahnhof Dortmund Westfalenhalle und wer will, kann auch mit der S-Bahn-Linie 4 bis Bahnhof Dortmund Möllerbrücke fahren und dann 15 Minuten Fußweg im Fan-Pulk erleben. Komfortabel für Skipper und Crew: Direkt am Stadthafen hält die U47 - in fünf Minuten ist man mitten in der City und in 15 Minuten am Stadion, an den Westfalenhallen, am Wesfalenpark und weitere fünf Minuten später auch am Zoo - alles im festen Takt und mit einem Fahrschein.


Westfalenstadion Dortmund - heute Signal Iduna Park - Foto: Stadt DO, G.P.Müller

Vielleicht zum Abschluss noch ein paar Worte zum BVB: Er ist das Aushängeschild der Stadt. 1909 gegründet, gewinnt er 1956, 1957 und 1963 die deutsche Meisterschaft. Der internationale Durchbruch klappt 1966. Als erster deutscher Verein gewinnt die Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger. In den 90ern holt der BVB dann nicht nur zwei Meisterschaften in Folge, sondern schreibt erneut deutsche Fußballgeschichte: Im Endspiel gegen den italienischen Meister Juventus Turin gewinnt das Team mit 3:1 und feiert den ersten deutschen Sieg in der Champions League. Wir verfolgten das Spiel damals an Bord der Hoop of Welvaart - einer musste immer im Mast sitzen und die Antenne halten! Kurz nach dem Sieg treffen sich etwa 100.000 Menschen in der City zu einer spontanen Fete - dieses Event, die lengendären Meisterschaftsfeiern und die stimmungsvollen Veranstaltungen zur WM auf dem Friedensplatz zeigen, dass Fussball in Dortmund einen besonderen Stellenwert einnimmt! Ottmar Hitzfeld, mit dem FC Bayern 5 mal und mit dem BVB 2 mal Deutscher Meister, muss es wissen. Zwei Tage vor dem lengendären 3:1 des BVB gegen München 2010 erklärt er im WR-Interview: "Als ich mit dem BVB Meister geworden bin war das ein Traum. Hunderttausende haben uns gefeiert. Das gibt es nur in Dortmund!" Und als der BVB 2011 zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft feiert sind über 400.000 (!) Menschen dabei, in der Stadt und auf der gesperrten B1. Für die fünf Kilometer vom Borsigplatz zur Westfalenhalle braucht der Meisterwagen mehr als fünf Stunden - die Stadt steht Kopf! Kein Wunder also dass das DFB-Fußballmuseum - na wo wohl - natürlich in Dortmund entstehen wird. Verrückt wie wir hier sind haben wir ein absolutes Filet-Grundstück in allerbester City-Lage direkt am Hauptbahnhof dafür zur Verfügung gestellt!


WM 2006 - Public Viewing und Fete, das Sommermärchen auf dem Friedensplatz - DO-bildpool

Gegründet wurde der BVB übrigens 1909 unweit des Borsigplatzes von 21 Messdienern (!) - alles war ziemlich spontan und da man sich vorab keinen Namen überlegt hatte, entlieh man sich diesen einfach beim ausgeschenkten Bier - Borussen-Brier - die Dortmunder Borussia hat also nichts mit Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia; poln. Prusy; russ. Prussija; lit. Prusija - laut Wikipedia) zu tun, es war ganz einfach nur das Bier!


Borsigplatz in der Nordstadt - Geburtsort des BVB 09 - DO-bildpool

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